{"id":3182,"date":"2018-03-18T09:03:44","date_gmt":"2018-03-18T08:03:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cimbria-kufstein.at\/?p=3182"},"modified":"2018-11-27T06:34:37","modified_gmt":"2018-11-27T05:34:37","slug":"ing-meinrad-schumacher-der-gruender-der-k-oe-st-v-cimbria-kufstein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cimbria-kufstein.at\/?p=3182","title":{"rendered":"1919 &#8211; Gr\u00fcndung der Cimbria Kufstein"},"content":{"rendered":"<h5>Anl\u00e4sslich des 50. Siftungsfests der K.\u00d6.St.V. Cimbria Kufstein im Jahr 1969, berichtete der Gr\u00fcnder Ing. Meinrad Schumacher v.\/o Perkeo \u2020 \u00fcber die Gr\u00fcndung unserer Verbindung:<\/h5>\n<p>&#8222;Im Schuljahr 1918\/19, also gleich nach dem f\u00fcr die alte \u00f6sterreichische Monarchie so tragisch verlaufenden Ende des Weltkrieges 1914\/18, kam ich als Sch\u00fcler der dritten Klasse an das Realgymnasium in Kufstein. Dort trat ich bald der damals regen und bl\u00fchenden Marianischen Kongregation bei, die mich mit Gleichgesinnten zusammenf\u00fchrte.<\/p>\n<p>Mein Vater, der im Herbst 1964 in Innsbruck verstorbene Obermedizinalrat Dr. Hermann Schumacher, Urteutone (TMV) und Dr. cer. Konradin der akademischen Verbindung Austria in Innsbruck und begeisterter CVer &#8211; sein Name soll ehrend hier genannt werden, weil er bei mir die stets treibende Kraft f\u00fcr die Gr\u00fcndung einer katholischen Verbindung in Kufstein war -, dr\u00e4ngte mich stets zum Handeln.<\/p>\n<p>Ich war Sch\u00fcler der dritten Klasse und z\u00e4hlte erst f\u00fcnfzehn Jahre. Anl\u00e4sslich eines Dauerlaufes und Ausfluges einiger Kongreganisten der dritten und vierten Klasse zum Gasthof Bayrischer Hof bei Kufstein regte ich die Gr\u00fcndung einer katholischen Verbindung an. Mein Vorschlag fand begreiflicherweise keine Gegenliebe, war ich doch der einzige in der Runde, der mit dem Verbindungswesen je zu tun hatte. Ich war Fuchs bei der Ferialverbindung Obladina in Obladis gewesen, die vor dem Kriege einige Jahre existiert hatte. Nach l\u00e4ngerem Zureden gelang es mir doch wenigstens einen Freundschaftsbund, wie wir ihn nannten, zu gr\u00fcnden. Bei Most und Kracherl wurde diese Gr\u00fcndung besiegelt. Von den sechs Mitgliedern dieses Kreises bin ich als einziger noch \u00fcbrig geblieben.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich eines Besuches meines Vaters in Kufstein im folgenden Herbst 1919 dr\u00e4ngte dieser neuerdings zur Gr\u00fcndung einer katholischen Verbindung, um so mehr, als die dort schon einige Jahre bestehende freiheitliche Verbindung sozusagen ohne Konkurrenz freie Bahn hatte. Mein Vater versprach, mich in allen Dingen w\u00e4rmstens zu unterst\u00fctzen, wenn es einmal so weit w\u00e4re.<\/p>\n<p>Den vor kurzem in Salzburg verstorbenen Magister Hermann von Wallpach-Schwanenfeld, Kongreganist und Sch\u00fcler der sechsten Klasse, konnte ich gelegentlich einer Aussprache f\u00fcr eine Verbindungsgr\u00fcndung begeistern. Unser Religionsprofessor Johann Tscholl, Bundesbruder meines Vaters, Austria Innsbruck, den wir gleich aufsuchten, hatte zuerst keine gro\u00dfe Freude mit dieser Idee. Er f\u00fcrchtete wohl auch f\u00fcr den Bestand der Kongregation. Desto trotz spendete er sofort 50 Kronen als Grundstock f\u00fcr die Klasse, ein damals ansehnlicher Betrag, und lieh uns zehn Liederb\u00fccher.<\/p>\n<p>Als Verbindungsname schlug Wallpach, mit dem sp\u00e4teren Kneipnamen Armin, &#8222;Ligia&#8220; vor, w\u00e4hrend Professor Tscholl lieber &#8222;Cimbria&#8220; oder &#8222;Geroldseck&#8220; (Festung Kufstein) gehabt h\u00e4tte. Der name &#8222;Ligia&#8220; blieb, und auf meinen Vorschlag wurden die Farben &#8222;Gr\u00fcn-Rot-Gold&#8220; mit gr\u00fcner Samtm\u00fctze festgelegt. Am 18. Oktober 1919 fand im Gasthof Neuwirt die Gr\u00fcndungskneipe statt, an der sieben Sch\u00fcler, darunter auch als eines der \u00e4ltesten Mitglieder Hanns Mosbauer, vulgo Volker, dem bald Gerbert Schuchter vulgo Faust folgte, teilnahmen. Um 20:30 Uhr war die Gr\u00fcndungskneipe auf der ich als Senior fungierte, schon ex. Au\u00dfer mir als Gr\u00fcnder und Senior waren alle Mitglieder F\u00fcchse. zu dieser Zeit hatten wir noch keinerlei Inventar, weder M\u00fctzen noch B\u00e4nder.<\/p>\n<p>Mein Bruder Hermann, stud. phil., ebenfalls Mitglied der akademischen Verbindung Austria Innsbruck, nahm \u00fcber Wunsch meines Vaters sofort Verbindung mit mir auf und machte mehrere Vorschl\u00e4ge, unter anderem die Farben in Schwarz-Wei\u00df-Gr\u00fcn mit schwarzer M\u00fctze zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Es war eine sorgenvolle Zeit, da es durch die Nachkriegszeit bedingt, auch k\u00e4uflich weder M\u00fctzen und B\u00e4nder noch sonstiges Verbindungsinventar gab. Meine diesbez\u00fcglichen Hoffnungen st\u00fctzten sich ganz auf die Zusagen meines Vaters. es m\u00fc\u00dfte also ein Wunder geschehen &#8211; und &#8211; es geschah! Am 11. November 1919 erhielt ich von meinem ebengenannten Bruder Hermann die briefliche Mitteilung, da\u00df er am n\u00e4chsten Tage, am 12. November (Feiertag, Gr\u00fcndungstag der Republik \u00d6sterreich), nach Kufstein kommen und uns eine ganze Verbindungs-Ausstattung mitbringen werde. Diese freudige Mitteilung lie\u00df ich sofort allen Bundesbr\u00fcdern zukommen und berief am n\u00e4chsten Tag, den 12. November 1919, um 16 Uhr den Gr\u00fcndungskommers ein.<\/p>\n<p>Am genannten Tage um 16 Uhr kamen die wenigen Bundesbr\u00fcder der Liga zusammen, um den Gr\u00fcndungskommers steigen zu lassen.<\/p>\n<p>Mein Bruder gab zuerst eine allgemeine Erkl\u00e4rung \u00fcber das Verbindungswesen ab und \u00fcbergab uns dann das mitgebrachte Patengeschenk. Dieses \u00fcbertraf alle unsere bescheidenen Erwartungen: es war das gesamte gerettete Inventar mit Cerevise, M\u00fctzen, B\u00e4ndern, Sch\u00e4rpen und vor allem das Vollwappen der im Jahre 1912 gegr\u00fcndeten Cimbria Trient mit den Farben Rot-Wei\u00df-Gold und wei\u00dfen Samtm\u00fctzen.<\/p>\n<p>Wir konnten das Inventar ohne irgendwelche Bedingungen der Tradition oder \u00e4hnlichem kostenlos \u00fcbernehmen. Den Verbindungszirkel der Verbindung Cimbria Trient wollten wir beibehalten und wir versprachen nat\u00fcrlich, Cimbria Trient, wenn wir auch keine Beziehung zu ihr hatten, nie zu vergessen und ihr Andenken stets hochzuhalten. Dies um so mehr, als Trient als Grenzstadt durch die Grenzstadt Kufstein, nun abgel\u00f6st wurde. Es m\u00f6ge hier eine kurze Aufzeichnung meines Bruder Hermann \u00fcber die \u00dcbernahme des Inventars der Cimbria Trient Platz finden:<\/p>\n<p><em>&#8222;Im Jahre 1912 war am deutschen Gymnasium in Trient eine katholische Mittelschulverbindung Cimbria gegr\u00fcndet worden.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein Mitglied dieser Cimbria kam nach Ausbruch des Krieges mit Italien zu uns Teutonen nach Innsbruck. Bald trennte uns der Ruf zu den Waffen, und erst gegen Ende des Krieges trafen wir uns wieder.<\/em><\/p>\n<p><em>Dem Vater meines damaligen Bundesbruders war es indessen gelungen, das gesamte Inventar der Trienter Cimbria nach Innsbruck zu bringen. Dort lagerte es unben\u00fctzt auf einem Schrank und drohte zu verstauben.<\/em><\/p>\n<p><em>Davon wu\u00dfte ich, und als im November 1919 sich in Kufstein etwas r\u00fchrte und mein Bruder Meinrad daranging, eine Verbindung ins Leben zu rufen, war es nicht ferneliegend, sich dieser nutzlos gewordenen Utensilien zu erinnern und um deren \u00dcberlassung f\u00fcr die in Kufstein zu gr\u00fcndende Verbindung anzusuchen.<\/em><\/p>\n<p><em>Mein Mittelsmann bekam von ma\u00dfgebenden Leuten der Cimbria Trient das Einverst\u00e4ndnis zur \u00dcberlassung des Inventars. Herunter kam der gro\u00dfe Karton vom Schrank und der gesamte Inhalt: Cerevise, M\u00fctzen, B\u00e4nder und Sch\u00e4rpen, wurden nach Kufstein verfrachtet, wo am 12.11.1919 mit einem Gaudeamus der bescheidene Kommers er\u00f6ffnet wurde, der eine neue Cimbria mit den Farben Rot-Wei\u00df-Gold aus der Taufe hob.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Diese Symbole, welche die Cimbria Kufstein damals von der Trienter Cimbria \u00fcbernommen hatte, sind nunmehr f\u00fcnfzig Jahre Leitstern und Hort der Jugend gewesen.<\/p>\n<p>Wir \u00e4nderten also unseren Namen in Cimbria, die Farben Rot-Wei\u00df-Gold und Wei\u00df als M\u00fctzenfarbe. Das alte Vollwappen der Cimbria Trient h\u00e4ngt heute noch an einem Ehrenplatz in unserer Bude im Fuchsturm der alten Kufsteiner Festung und ziert meist den Saal unserer Stiftungskommerse. Mein Bruder Hermann brachte uns auch gleich die von ihm auf die neuen Farben verfa\u00dfte Burschen- und Fuchsenstrophe mit. Wallpach v. Armin, der 1967 starb, ich und noch zwei Bundesbr\u00fcder, die heute nicht mehr bei uns sind, wurden zu Burschen ernannt, der erstere zum Consenior und ich zum Senior. Die anderen Bundesbr\u00fcder blieben F\u00fcchse. Die Freude \u00fcber dieses Geburtstagsgeschenk kann kaum beschrieben werden und kann nur der ermessen, der einmal bei Gr\u00fcndung einer Korporation in schwerer Zeit selbst Verantwortung und Sorge trug und teilte. Nach dem offiziellen Teil, den Bruder Hermann gef\u00fchrt hatte, \u00fcbernahm ich das Pr\u00e4sidium im Inoffizium und nahm noch allen Bundesbr\u00fcdern das Ehrenwort des Festhaltens und vorl\u00e4ufigen Stillschweigens ab.<\/p>\n<p>Von Austria Innsbruck erhielten wir bald \u00fcber Verwendung meines Vaters mehrere alte wei\u00dfe M\u00fctzen, die seit dem 1914 stattgefundenen 50j\u00e4hrigen Stiftungsfest im Austria-Haus noch lagernd waren. Durch Aufn\u00e4hen eines wei\u00dfen Zwischenbandes konnten wir sie in unsere Farben Rot-Wei\u00df-Gold umwandeln. Meinem Vater und meinem oft genannten Bruder Hermann verlieh Cimbria-Kufstein zum Dank f\u00fcr ihre Mithilfe das Ehrenband. &#8211; Der Grundstock war gelegt, die Verbindung existent.<\/p>\n<p>Nach mehreren Kneipen und einer fr\u00f6hlichen Nikolokneipe, auf der vier weitere F\u00fcchse rezipiert wurden, fand am 20.12.1919 der Weihnachtskommers statt.<\/p>\n<p>In den Annalen lesen wir:<\/p>\n<p><em>&#8222;&#8230;.Die Feier war ein echtes Familienfest. Ein kleines reichbehangenes Christb\u00e4umchen zierte das Zimmer. Im inoffiziellen Teil wurde Tee und Kuchen serviert. Dank einiger freigiebiger B\u00e4ckermeister, bes. des Herrn K\u00f6hle, konnte man der ganzen Korona einen kleinen Schmaus bieten. Frau von Wallpach hatte sich die M\u00fche genommen, das gesammelte Mehl in 300 Keks und 2 Z\u00f6pfe zu verwandeln. Weiters bekamen wir einen Laib Johannisbrot, und die Wirtin spendierte eine Flasche Rum. nach dem Losverkauf werden die Treffer verteilt und zum Schlu\u00df der Christbaum unter grp\u00dfem L\u00e4rm versteigert.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Diese famili\u00e4re Atmosph\u00e4re ist charakteristisch f\u00fcr unsere Cimbria, wollten wir doch nie ein exklusiver Club oder \u00e4hnliches, sondern immer eine fr\u00f6hliche, ungezwungene Gemeinschaft sein, in der die Freundschaft zum N\u00e4chsten, eben zum Bruder, unausl\u00f6schlich und bestimmendes Merkmal ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des 50. Siftungsfests der K.\u00d6.St.V. Cimbria Kufstein im Jahr 1969, berichtete der Gr\u00fcnder Ing. 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